'Spitsbergen and Franz Josef Land' Broschüre 2008 im PDF-Format.




 Die arktische Navigation hängt stark von den Wetter- und Eisverhältnissen ab. Unsere Reiserouten sind aber so vorbereitet, dass die Fahrgäste möglichst viel Zeit am Land verbringen und wilde Natur und historische Orte dieser Gegend kennenzulernen. Mit unseren speziellen Landungsbooten können wir an Orten landen, die andere Schiffe nicht anzulaufen wagen.








Tegetthoff vessel Größeres Bild
Julius PayerKarl Weyprecht
Arktis, Franz-Josef-Land… 1872 brach eine österreichische Expedition, die von den Leutnants Julius Payer und Karl Weyprecht geführt wurde, in Richtung Arktis auf. Ihr Hauptziel war die Erforschung der Nordostpassage. Daneben sollten die Inseln und Meere des Arktischen Ozeans nordöstlich von Nowaja Semlja erkundet werden.

Als Anhänger der Theorie von August Peterman vom ‚warmen’ eisfreien Wasser im Arktischen Ozean erwarteten Payer und Weyprecht, die Beringstrasse durch das grosse sibirische eisfreie Meer, das nördlich von Novaja Semlja vermutet wurde, zu erreichen. Die ‚Tegethoff’, ein aus Holz gefertigtes Dampfschiff von 200 Tonnen Wasserverdrängung und einer 100 PS-Maschine, war speziell für diese Expedition gebaut worden. Im Juni 1872 verliess das Schiff den deutschen Hafen Bremerhaven und hielt Kurs auf Novaja Semlja. Am 21. August wurde die ‚Tegethoff’ westlich von Novaja Semlja vom Eis der Barentssee eingeschlossen und begann mit den Eisfeldern in nordwestliche Richtung abzudriften. Ein Jahr später, am 30. August 1873, wurde der monotone Alltag auf dem gefangenen Schiff jäh unterbrochen. „Gegen Mittag“, erinnerte sich Julius Payer später, „standen wir an Deck und starrten in den Dunst… Ganz unvermittelt war der Nebel in Nordwest völlig verschwunden, und wir sahen Klippen. Für einige Minuten hatten wir eine faszinierende Sicht auf majestätische Landschaften und Gletscher, die in der Sonne glänzten. Wir staunten einige Sekunden lang und trauten unseren Augen nicht. Dann jedoch waren wir von Emotionen überwältigt und schrieen ‚Land! Land!’ Und wir benannten dieses unbekannte Land nach dem österreichischen Kaiser Franz-Josef-Land.“ Am 1. November 1873 nach einer weiteren zweimonatigen Fahrt mit dem eingeschlossenen Schiff im driftenden Eis konnten die Mitglieder der Expedition schliesslich an einer kleinen Insel an Land gehen, die später nach einem der Förderer dieses Unternehmens benannt wurde – Graf Hans Wilczek. Die Polarnacht machte die Erkundung des neu entdeckten Landes schwer. Das Überwintern unweit des Franz-Josef-Landes wurde überschattet durch den Ausbruch von Skorbut. Im Frühling des folgenden Jahres verschwand die Vitaminmangelkrankheit, nachdem die Jagd auf Eisbären erfolgreich war.


»Nie zurück«
Gemälde von
Julius Payer
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Nachdem der Polartag angebrochen war, begann die Expedition mit den Vorbereitungen für eine Schlittenfahrt zur Erkundung des Franz-Josef-Landes. Die erste fand Mitte März statt. Payer gelangte bis zum Tegethoff-Kap und erklomm den Sonklar-Gletscher auf der Galle-Insel. Die Lufttemperatur auf dem Gipfel des Gletschers betrug -50°. Später im März gingen Payer und 6 andere Männer auf eine längere Schlittentour. Während der nächsten Monate ging Payer auf weitere Entdeckungstouren über die Inseln, sammelte Gesteine, studierte die Geologie ebenso wie die Pflanzen- und Tierwelt. Der nördlichste Punkt der Inselgruppe wurde auch erreicht – das Fligely-Kap, wo die österreichische Flagge gehisst wurde. Zu dieser Zeit glaubte Payer, dass sich im Norden des Archipels noch ein anderes Land befinden müsste, das er Peterman-Land nannte.

Anfang Mai unternahm Payer gemeinsam mit zwei anderen eine Tour in westliche Richtung. Er fand heraus, dass das neu entdeckte Land in diese Richtung von enormer Ausdehnung war. Diese Entdeckung ermöglichte es Julius Payer, eine erste ungefähre Karte des Archipels anzufertigen. Im Mai 1874 entschloss sich die Expedition, die eingeschlossene ‚Tegethoff' aufzugeben und zu versuchen, die Küste von Novaja Semlja zu erreichen. Man hoffte darauf, einen Walfänger zu entdecken. Das Team bahnte sich seinen Weg durch die Eisschollen mit Brechstangen und Äxten, das Gepäck auf Schlitten, und überquerten eisfreie Wasserflächen mit Hilfe von vier Booten. Nur 96 Tage später, in den frühen Morgenstunden des 18. August, erreichten die Entdecker das Admiral-Kap von Novaja Semlja. Glücklicherweise trafen sie dort am 24. August auf eine Gruppe von Pomoren, den Bewohnern der russischen Küste des Arktischen Ozeans, die von Fjodor Woronin angeführt wurde. Ihre neuen Freunde nahmen sie an Bord des Schoners ‚Nikolaij' zum norwegischen Hafen Warde. Von dort kehrte die Polarexpedition am 3. September 1874 nach 812 Tagen nach Hause zurück.


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